Kunst & Künstler

LANDKUNSTSTÜCK hat ein Motto: Den ländlichen Raum neu erleben. Und das ist Programm. Die Kunstwerke entstehen im Auftrag unseres Vereins. Denn unser Verein hat ein Anliegen: Wir möchten mit Skulpturen und Installationen den Dialog zwischen Verbrauchern und Landwirten anregen. Für Landschaftskunst ist die Umgebung nie bloß Kulisse. Ein Kunstwerk im Umkreis landwirtschaftlicher Nutzflächen setzt sozusagen ein Ausrufezeichen an diesen ganz spezifischen Ort. Der Betrachter merkt auf und wird angeregt, sich mit diesem Ort zu beschäftigen. Und das heißt auch: mit den Menschen, die diesen Ort erhalten und pflegen – den Bauern.

Hier finden Sie alle LandKunstStücke im Kurzporträt. Alles Weitere erfahren Sie auf den Schildern direkt bei den Kunstwerken. Der Besuch lohnt sich!

„Knolle“

Wer an der Milchtankstelle auf Steensen’s Bauernhof in Grömitz-Cismarfelde anhält, wird es kaum übersehen: ein meterhohes Kunstwerk, Holz, Industriegummi, irgendwie spacig. Geschaffen haben die „Knolle“ – so der Titel – die Bildhauer Ulf Reisener und Ingo Warnke.

Ulf Reisener

Ingo Warnke

Die beiden Absolventen der Muthesius Kunsthochschule in Kiel betreiben seit 2004 das Bildhaueratelier Heiliger Schein (www.heiliger-schein.de) in Nettelsee. Neben eigenen Projekten entwickeln beide immer wieder gemeinsame Werke, darunter häufig Großskulpturen für Landschaftskunst.

„Stein wie eine Landschaft“

"Stein wie eine Landschaft"

An einem Radweg am Kattenberger Schulweg, bei einer Heidschnuckenweide des nahen Hofes Kattenberg südwestlich von Cismar, liegt der beinahe meditativ anmutende „Stein wie eine Landschaft“. Gefertigt hat ihn Ulrich Lindow aus Schobüll.

Ulrich Lindow

Die Skulptur wirkt wie eine Signatur in der Landschaft und kommt damit dem, was Bauern tun, sehr nahe. Seine Inspiration beschreibt der Künstler so: „Ein Granitfindling aus Skandinavien, mit der Eiszeit gewandert bis Schleswig-Holstein. Nicht weit von hier gestrandet, eingebettet in der von Eis geformten Hügellandschaft, von Menschen zu Kulturland gemacht. Ackerland, bepflügt – besät – beerntet. Furchen in den Stein geschlagen, als Zeichen. Gewelltes Land.“

„Splitter“

"Splitter"

"Splitter"

"Splitter"

Direkt auf dem Gelände von Hof Körnick an der B 501 südwestlich von Grömitz ist ein ganz besonderes LandKunstStück zu sehen: die Videoinstallation „Splitter“ in einem ehemaligen Silo. Die drei Fotos oben sind Standbilder daraus.

Jobst von Berg

Der Filmemacher und Fotograf Jobst von Berg (www.jobstvonberg.de) aus Böel hat sich mit seiner Kamera über das Jahr der Arbeit auf dem Hof genähert und die landwirtschaftliche Arbeitswelt auf ihre Klischees hin überprüft, in Frage gestellt und neu besehen. Kommentierend oder auch dialoghaft wechseln sich Bilder und Texteinschübe ab.

„Stammgäste“

Zwischen Oldenburg in Holstein und der Gemeinde Grube (www.gemeinde-grube.de) lag früher der drittgrößte Flachsee Schleswig-Holsteins. Durch den Sandeintrag der nahen Ostsee verlandete er immer mehr und wurde nach und nach trockengelegt, um Flächen für die Landwirtschaft zu gewinnen.

Der Flensburger Bildhauer Johannes Caspersen (www.johannes-caspersen.de) erinnert mit seinen „Stammgästen“ am Paasch-Eyler-Platz an die Geschichte des Sees. Das Relikt der letzten Eiszeit war reich an Fischen und ernährte etliche Familien. Dafür steht der „Fischer“ auf dem Feld beim Siel – zuzeiten des Gruber Sees war dort sein Arbeitsgebiet. Der „Reisende“ schaut von der Aussichtsplattform auf dem Gelände der Alten Gruber Bürgergilde in die Landschaft – und auch auf den „Fischer“. Die Figuren werden so zum Sinnbild für die ursprünglich natürliche Umgebung und die späteren Eingriffe durch den Menschen. Als direktes Gegenüber thematisiert das Skulpturenpaar aus bemalten Eichenstammholz das Für und Wider von Veränderung. 

„Baum – Mensch – Baum“

Zwischen Dahme und Kellenhusen, am Dahmer Weg / Vogelsang, steht eine Eiseninstallation mit Winterlinde. Sie lässt sich als Sinnbild für den heutigen Umgang des Menschen mit der Natur verstehen: „Überall wird die Natur auf verschiedene Weise begrenzt“, so die Künstlerin Margit Huch. „Es ist erwünscht, dass der Baum sein Gefängnis überwindet und es so bedeutungslos macht.“ 

Andererseits kann man „Baum – Mensch – Baum“ auch als Symbol für die Koexistenz von Mensch und Natur sehen: Je weiter der Abstand zwischen den Gitterstäben, desto mehr Raum für das Hindurchwachsen, für die natürliche Entwicklung des Baumes. Auf diese Koexistenz zielt die ökologische Landwirtschaft auf Hof Bokhorst, dem diese Skulptur gewidmet ist.

„von bienen und blüten“

Bienen und andere Insekten sorgen für die Bestäubung von Pflanzen, die einen Großteil unserer Nahrung sicherstellen. Doch die wichtigen Nutztiere sind stark bedroht. Die Lyrikerin Doris Runge aus Cismar setzt mit ihrem exklusiv für LANDKUNSTSTÜCK entstandenen Gedicht „von bienen und blüten“ ein Zeichen und macht auf das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und deren Nutzung aufmerksam.

Der bildende Künstler Hans-Joachim Mocka aus Kollund (Dänemark) hat für diese Zeilen auf dem Apfelhof Grimm in Cismar eine Gartenbühne geschaffen, die mit bewegten Formen bewegen möchte.

Fotos: Maren Weilandt – www.fotohof-blomster.de, Ekkehard Briese, Claudia Reshöft