Hans-Wilhelm Meier

Bauern & Höfe

Lasst uns mal schnacken, denn Reden hilft. Noch ist die schöne Kulturlandschaft Ostholsteins geprägt durch bäuerliche Familienbetriebe. Sie produzieren Grundnahrungsmittel und erneuerbare
Energien. Sie spielen eine zentrale Rolle beim Erhalt ländlicher Räume. Und sie sind als Flächengeber für die Kunstwerke die lokale Säule von LANDKUNSTSTÜCK.

Die Werke entstehen auf der Grundlage einer Auseinandersetzung der Künstler mit der Lebenswelt der Flächengeber und dem Standort des Werks. Dass Künstler und Bauern miteinander in den Dialog treten und auch Verbraucher daran teilhaben lassen, ist eine neue Form des Austauschs.

Hier finden Sie alle Landwirte, die bei LANDKUNSTSTÜCK mitmachen. Sie freuen sich auf einen Schnack mit Ihnen – schauen Sie einfach mal vorbei!

Hof Steensen

Eike und Oke Steensen

Das erste LandKunstStück – die „Knolle“ von Ulf Reisener und Ingo Warnke vom Bildhaueratelier Heiliger Schein – steht seit 2017 bei Eike und Oke Steensen in Cismarfelde (Cismarfelde 16, 23743 Grömitz). Als Erste in der Region haben sie mit der Direktvermarktung von Frischmilch über eine „Milchtankstelle“ begonnen. Zusätzlich bieten sie in ihrem „Regiomaten“ hofeigene Produkte wie Tomaten, Tomatenspezialitäten und Käse an. Erneuerbare Energien aus Biogas und einer Photovoltaik (Solarstrom) ergänzen die Haupterwerbsquellen Milchwirtschaft und Ackerbau. Familie Steensen lädt während der Sommermonate Interessierte zu Hofführungen ein. Weitere Infos unter www.steensens-bauernhof.de

Hof Kattenberg

Matthias Dammer

Hof Kattenberg liegt südwestlich von Cismar (Kattenberg 8, 23743 Grömitz). Der Strukturwandel in der Landwirtschaft wird hier besonders deutlich. Ab 1930 mit Milchvieh- und Geflügelhaltung sowie Zimmervermietung bewirtschaftet, wurde der Betrieb Mitte der 1970er Jahre auf reinen Ackerbau im Nebenerwerb umgestellt. Der jetzige Besitzer Matthias Dammer verpachtete dann 1991 die Ackerflächen an einen Nachbarbetrieb, hält heute einige Heidschnucken zur Grünlandpflege und widmet sich der Hobbyimkerei.

Sabine Höft-Dammer

Sabine Höft-Dammer betreibt eine Kreativwerkstatt. Ein Wohnmobilstellplatz und eine Photovoltaikanlage tragen finanziell zum Erhalt der Hofstelle bei. Den von Ulrich Lindow als LandKunstStück bearbeiteten Findling „Stein wie eine Landschaft“ finden Sie bei der Heidschnuckenweide am Kattenberger Weg ganz in der Nähe des Hofes.

Hof Körnick

Hans-Wilheim Meier

An der B 501 südwestlich von Grömitz liegt Hof Körnick (Körnick 1, 23743 Grömitz). Bereits 1289 urkundlich erwähnt, ist er einer der ältesten landwirtschaftlichen Betriebe in Ostholstein. Eigentümer ist Hans-Wilhelm Meier, bewirtschaftet wird er mittlerweile von Heinrich Mougin. Auf 150 Hektar werden Ackerfrüchte wie Raps, Weizen, Gerste und Ackerbohnen sowie Strom aus Windkraft- und Solaranlagen erzeugt. Zum Betrieb gehört auch eine Schweinemastanlage. Hof Körnick ist mit den Jahren gewachsen und hat seine Geschäftsfelder erweitert, um dem Wettbewerbsdruck standzuhalten. In einem ehemaligen Silo direkt auf dem Hofgelände ist ein ganz besonderes LandKunstStück zu sehen: Jobst von Bergs Videoinstallation „Splitter“.

Hof Bokhorst

Hof Bokhorst (23746 Kellenhusen) besteht seit dem 18. Jahrhundert und wird seit 1874 von der Familie Axt bewirtschaftet – mittlerweile in der fünften Generation. Kay Friedrich Axt und Dr. Enja Moritz bewirtschaften ihren Betrieb ökologisch. Geringere Flächenerträge sind die Folge. Dafür finden hier Rebhühner, Fasanen und andere Vögel artenreiche Rückzugsgebiete. Zudem gibt es
 zehn Ferienwohnungen. Im kleinen Hofladen können Besucher unter anderem Eier der freilaufenden Hühner und Honig der hofeigenen Bienenvölker kaufen. An der Ecke Dahmer Weg / Vogelsang unweit des Hofes steht eine Eiseninstallation mit Winterlinde von Margit Huch – das LandKunstStück „Baum – Mensch – Baum“.

Apfelhof Grimm

Das Ziel von Friedrich-Christian und Caroline Grimm ist es, die alten Apfelsorten so reifen zu lassen, dass sie unter den besten natürlichen Bedingungen wachsen. Seit 2015 ist der Apfelhof Grimm (Wintersberger Weg 3, 23743 Grömitz-Cismar) Bioland-zertifiziert. Durch die Förderung von Nützlingen und das Ausbringen von Lockstoffen wird die Anwendung von Spritzungen (Insektiziden) gegen schädliche Insekten ersetzt. Aufgrund der umweltschonenden Bewirtschaftung finden die am Hof gehaltenen Bienen und andere Bestäuber während des ganzen Jahres Nahrung und einen Zufluchtsort. Die Lyrikerin Doris Runge hat ihnen mit ihrem exklusiv für LANDKUNSTSTÜCK entstandenen Gedicht „von bienen und blüten“ ein literarisches Denkmal gesetzt.

Reiterhof Hopp

Der Reiterhof Hopp (Langenredder 48, 23743 Grömitz-Lenste) war früher ein klassischer bäuerlicher Betrieb. Bei der Feldarbeit wurden Pferde eingesetzt, doch Ende der 1970er-Jahre wurden die „Ackergäule“ durch Traktoren ersetzt. Über die Jahre entwickelte sich neben der Landwirtschaft als zweites Standbein der Reitbetrieb. Mittlerweile bieten Torsten und Hilke Hopp ihren Gästen auch zwei moderne, liebevoll eingerichtete Ferienwohnungen für zwei bis vier Personen – den Pferdestall und den Heuboden. Die Künstlerin Sigrid Stegemann hat sich die ackerbauliche Qualität auf den Salzwiesen des Hofs am Langenredder etwas genauer angesehen – und machte daraus ihr LandKunstStück „Bodenpunkte“.

Hof Siems


Der Hof von Carsten Siems (Hauptstr. 31, 23738 Riepsdorf) wird in vierter Generation an diesem Standort betrieben. Die Sauenhaltung mit eigener Ferkelaufzucht ermöglicht die lückenlose Kontrolle über den Tierbestand. Für ein schlachtreifes Schwein bekommt ein Halter durchschnittlich 150 Euro (Stand: Sommer 2019). Für diesen Betrag wird ein Schwein rund acht Monate aufgezogen, betreut, gefüttert, tierärztlich behandelt … Leicht auszurechnen, dass da für den Erzeuger nicht viel übrigbleibt. Den Gewinn auf dem Weg zum Verbraucher teilen sich Schlachthöfe und Lebensmitteleinzelhandel. Früher gab es oft eine direkte Verbindung zwischen Bauern und Kunden – die Allee. Das inspirierte Winni Schaak zu seinem LandKunstStück „Generationen-Allee“.

Geflügelhof Wulf

Der Hof (Hauptstr. 14, 23730 Schashagen / Groß Schlamin) wird seit mehr als 150 Jahren bewirtschaftet. Heute betreibt Familie Wulf (Tim-Ole Wulf und Lena Niehoff) Ackerbau und Geflügelhaltung, die in einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft miteinander verknüpft sind. Die Eier aus Boden- und Freilandhaltung werden direkt vermarktet – zum Beispiel im eigenen Hofladen. Die Hähnchenmast nimmt seit 2018 an der Initiative Tierwohl teil. Vor der Hofeinfahrt hat ein stillgelegter weißer VW Golf – das hühnerfreundliche „Mobile Home“ des Künstlers Arno Neufeld – als LandKunstStück seinen endgültigen Parkplatz gefunden.

Gut Rosenhof

Kai-Dieter Kölle übernahm den Betrieb nördlich von Grube (Rosenhof 1, 23749 Grube) im Jahr 1988. Neben dem Anbau von Raps, Weizen und Gerste engagiert er sich für den Naturschutz – mit Dauergründlandflächen, Waldneuaufforstung sowie der Anlage von Knicks und künstlichen Teichen. Auf einem der Teiche, zwischen Rosenhof und Siggeneben rechts hinter dem Wald gelegen, schwimmt die farbenfrohe Mixed-Media-Installation „Schwimmknick“ – das LandKunstStück von Inga Momsen.

Gut Krummbek

Das Gut von Martin de Motte (Dorfstr. 5, 23730 Schashagen) betreibt Milchwirtschaft – und zwar in einem gut durchdachten Betriebskreislauf. Vereinfacht ausgedrückt: Aus Getreide wird Futter, aus dem Futter werden Milch und Gülle. Die Milch kommt in den Handel, die Gülle in eine Biogasanlage, die den Hof und die umliegenden Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit Wärme versorgt. Die übrig bleibenden festen Bestandteile wandern als Einstreu wieder in den Kuhstall. Das Krummbeker LandKunstStück – die gegenüber der Einfahrt zum Gut in eine Weide eingelassene kreisrunde Klanginstallation „kreise kreise“ von Maria Malmberg – steht kurz vor der Fertigstellung und kann bereits besucht werden.

Fotos: Maren Weilandt – www.fotohof-blomster.de, Ekkehard Briese, Claudia Reshöft